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  • Rita Elsner

Der Energieausweis - was ist das überhaupt und wo kann ich was ablesen?

Energieausweise sind spätestens nach ihrer gesetzlichen Verpflichtung ab 2007 bei Maklern, Mietern und Immobilienbesitzern in aller Munde. Doch was ist das überhaupt genau und welche Informationen geben die Ausweise preis? Im Folgenden wollen wir für Sie ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.


Zu Beginn die allgemeinen Fakten: Bei einem Energieausweis handelt es sich um ein Dokument, das Informationen über den Energieverbrauch und die thermische Qualität eines Gebäudes enthält; quasi eine Art Steckbrief für ein Gebäude. Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Energieausweisen: dem Verbrauchsausweis und dem Bedarfsausweis.

Der Energieverbrauchsausweis gibt Auskunft darüber, wie viel Energie ein Gebäude tatsächlich verbraucht hat. Er wird anhand der tatsächlichen Verbrauchsdaten aus den vorangegangenen 12 Monaten erstellt und kann somit nur rückwirkend Auskunft über den Energieverbrauch erteilen. Für die Ausstellung eines Verbrauchsausweises müssen mindestens drei zusammenhängende Heizkostenabrechnungen vorliegen. Diese hängen immer vom Energieverbrauch der jeweiligen Bewohner ab und wirken sich somit individuell auf den Ausweis aus.

Um den Energiebedarf von Neubauten oder Bestandsgebäuden, wo kein Verbrauchsausweis angefertigt werden kann, zu ermitteln, wird auf die zweite Kategorie, den sogenannten Bedarfsausweis, zurückgegriffen. Über ihn lässt sich durch zertifizierte Energieberater feststellen, wie viel Energie ein Gebäude theoretisch benötigen würde, wenn es unter bestimmten Bedingungen genutzt würde. Er basiert auf Berechnungen und Simulationen und gibt somit Auskunft über den theoretischen Energiebedarf.

Bei beiden gilt: Ein Energieausweis wird stets für ein gesamtes Gebäude ausgestellt, nicht für eine einzelne Wohnung. In Immobilien, in denen sowohl Wohnungen als auch Räume für eine gewerbliche Nutzung vorhanden sind, bezieht sich der Energieausweis im Normalfall lediglich auf den jeweiligen Wohnbereich.


Soweit so gut. Doch was steht dort nun genau?


Beide Energieausweisformen enthalten in der Regel relevante Informationen, die wir im folgenden für Sie aufschlüsseln wollen.


Seite 1 eines Energieausweises
Seite 1 eines Energieausweises

Die Gebäudedaten und die Ausweisform


Auf der ersten Seite des Dokuments finden sich allgemeine Angaben zur Größe, der Bauweise, dem Baujahr, des wesentlichen Energieträgers, der Lüftungsart sowie der Lage des Gebäudes. Diese Informationen sind wichtig, um den Energiebedarf oder -verbrauch des Gebäudes besser einschätzen zu können.

Ebenfalls auf Seite 1 lässt sich die Energieausweisform ablesen (sprich: Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis) sowie die allgemein Regelung für die Verwendung des Dokuments.

Auch die Unterschrift des Ausstellers wird auf dieser Seite gesetzt.



Seite 2 eines Energieausweises
Seite 2 eines Energieausweises

Die Energieeffizienzklasse


Die 2. und 3. Seite beinhalten die Kernelemente des Ausweises, denn sie

geben, je nach Art des Dokuments, Auskunft über den Energieverbrauch oder den Energiebedarf des Gebäudes. Die Kennwerte für den Energiebedarf sind der Seite 2 zugewiesen, während die dritte Seite dem Energieverbrauch gewidmet ist. Je nach Ausweisform bleibt eine der Seiten unausgefüllt. Mittels eines Farbbandes ist die errechnete Energieeffizienzklasse für den Verbraucher oder Auftraggeber ablesbar. Die Klassen reichen von A+ (höchste Effizienz; grüner Farbton) bis H (niedrigste Effizienz; roter Farbton).